28. Oktober 2015

TROUVÉ – Echos von Lesern und Diskussion

Sonntagmorgen- ideale Zeit, dein Buch durchzublättern … 
Was für Ideen! 
Ich werde Zäune von jetzt an mit ganz andern Augen anschauen – eigentlich schade, dass wir beim Hirschgehege unsere alten Zäune geflickt haben! 
Und ich wusste gar nicht, das Rhythmus in der Malerei eine ebenso grosse Rolle spielt wie in der Musik. 
Deine Arbeiten mit Schriftzeichen haben mir schon immer sehr gefallen. Jetzt entdecke ich dich auch als Zeichner – im Jemen unterwegs. Grossartig!


Ein Buch, das ich immer wieder anschauen werde. 
Danke und ganz liebe Grüsse
Dr. C. G., Basel

Antwort:
Und ich wusste gar nicht, das Rhythmus in der Malerei eine ebenso grosse Rolle spielt wie in der Musik. 
tja … das wissen nicht einmal alle, die malen!
natürlich kann man auch malen oder gestalten, ohne auf die rhythmik zu achten. es ist halt bei mir etwa so wichtig wie die farbe. 
in der zeichnung, wo farbe wegfällt, bleibt die spannung einer rhythmisch bewussten kompostion und dann auch in einem rhythmischen duktus (gemeint ist die art, wie ich das zeichenwerkzeug bewege.)
und schau z.b. die ruhigen rechteckbilder rothko: man könnte meinen, die farbe und deren qualitäten seien das einzige thema. tatsächlich sind seine rechtecke horizontal auch spannungslos eingemittet. aber die vertikale einteilung – da ist doch schon wieder rhythmus im spiel.
Deine Arbeiten mit Schriftzeichen haben mir schon immer sehr gefallen. Jetzt entdecke ich auch dich als Zeichner- im Jemen unterwegs, grossartig
mein zeichnerisches werk ist sogar viel umfangreicher als das malerische.
es ist in unzählichen mappen und skizzenbüchern vergraben und wird selten gewürdigt.

es wäre schön, ein weiteres buch zu planen – reisebücher wie das vom jemen könnte man fast 1:1 faksimilieren.

***


Wow! Was für ein wunderbares, kreatives, authentisches und anregendes Buch hast du da gestaltet!
Jede Doppelseite ist in sich harmonisch und interessant, weist auf neue Blickwinkel und Sichtweisen hin.
Alle Seiten stehen untereinander in Beziehung und trotzdem bleibt jede sehr eigenständig – so dass es ein kurzweiliges, spannendes Vergnügen ist, im Buch zu blättern. 
Ich bin begeistert und mein Mann auch.
D. V.d.P., Münchenstein

Antwort (Auszug):

Die Arbeit des Buchgestaltens liebe ich gerade darum so sehr, weil es nicht nur die Papierflächen der Doppelseiten zu gestalten gilt, sondern auch deren Abfolge.
Das nenne ich frecherweise Dramaturgie.
Also wie beim Theater oder beim Film: zum (statischen) rein Visuellen kommt der Faktor Zeit, in der ein Leser die Seiten nacheinander durchwandert. (Hoffentlich von vorn nach hinten.)

Die Abfolge soll wiederum zu einem rhythmischen Erlebnis werden:
– ein Wechsel von gut gefüllten und luftigeren Seiten
– von helleren und dunkleren Zonen
– von zarter Tönung und Harmonie oder fröhlich bunter Stimmung
– von grossen Bildern und kleinen (genannt Henne-Küken-Prinzip)
– von eigenständigen Bildern und solchen, die zusammengehören, vielleicht erst als Gruppe richtig zur Wirkung kommen
– Wechsel auch zwischen Text und Bild
– zwischen Nahaufnahme und mehr distanzierter Übersicht …

Wenn du solche Aspekte in meinem Buch gefunden hast, dann ist mir das ein grosses Kompliment.

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